Vor die Tür gesetzt:

Judith - die Leseratte

Mein Name ist Judith und ich bin 12 Jahre alt. Seit ich lesen kann, stapeln sich bei mir die Bücher. Eine Geschichte, die mich gerade sehr beschäftigt, ist die von Ubuntu. Angeblich beruht diese auf einer wahren Begebenheit. Ein Lehrer aus Europa bot Kindern eines afrikanischen Stammes der Xhosa ein neues Spiel an. Er stellte einen Korb voller Obst in die Nähe eines etwas entfernten Baumes und sagte ihnen, wer zuerst dort sei, gewinnt die süßen Früchte. Als er ihnen das Startsignal gegeben hatte, nahmen sich alle Kinder gegenseitig an den Händen und liefen gemeinsam zu dem Baum.

 

Dort angekommen, setzten sie sich gemeinsam auf den Boden und genossen das Obst zusammen. Als der Lehrer sie fragte, weshalb sie gemeinsam losgelaufen seien, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen, antworteten sie: „Ubuntu“ - das bedeutet „ Ich bin, weil wir sind“ und erklärten: „Wie könnte einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?“

 

Wie anders wäre das selbe Experiment wohl in Deutschland gelaufen, wenn es z.B. mit meiner Schulklasse durchgeführt worden wäre? Dort geht es jeden Tag um Fragen wie, wer hat die besten Noten, wer ist am besten im Sport, wer hat die teuersten Klamotten, das neueste Handy, wer macht die tollsten Urlaube? Besser sein, schneller sein, schöner sein, mehr haben als der andere – all das steht in unserer „Welt“ immer im Vordergrund. Wenn ich an die Kinder des Xhosa-Stammes denke, frage ich mich, wer wohl glücklicher ist? Ubuntu – ich bin, weil wir sind... ein schöner Satz.

 

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